Wohnungslosigkeit gibt es überall und sie ist oft unsichtbar
Welche Wohnsituation kommt Ihnen in den Kopf, wenn Sie an einen Philosophieprofessor denken, einen Buchautor, LKW-Fahrer oder eine Pflegefachkraft?
Ist es die Villa im Grünen, die zwei-Zimmer Wohnung in der Stadt, das WG-Zimmer oder eine Gartenlaube?
Tatsächlich ist es keines von allem. Die genannten Personen haben gemeinsam, dass sie in Leverkusen auf der Straße leben. Und das seit mindestens vier Jahren.
Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen in diese Situation geraten sind. Persönliche Schicksalsschläge, die Verkettung von ungünstigen Umständen, psychische Erkrankung, körperliche Gebrechen oder anderes.
Würde man alle Wohnungslosen in Leverkusen gemeinsam zu einer Veranstaltung einladen, wäre der große Zuschauerraum des Forums bis auf den letzten Platz besetzt. Und diese Menschen sind nicht nur von Armut betroffen, sie erleben in ihrem Alltag auch oft Diskriminierung und Zurückweisung - von kultureller Teilhabe ganz zu schweigen.
„Wir kümmern uns im Auftrag der Stadt um wohnungslose Menschen. Gemeinsam versuchen wir kontinuierlich neue Wege der Hilfe zu finden, um ihre Situation zu verbessern. Gleichzeitig stoßen wir aber auch immer wieder an Grenzen“, sagt Stefanie Strieder, die die Wohnungslosenhilfe bei der Caritas leitet.
Bundesweit gibt es rund eine Million wohnungslose Menschen. Der Aktionsplan der Bunderegierung sieht vor, die Wohnungslosigkeit bis 2030 zu besiegen. Angesichts der aktuellen Haushaltslage ist das nicht nur in Leverkusen eine herausfordernde Aufgabe. Sabine Bösing, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, sagt: „Die kommunale Finanzkrise ist keine abstrakte Haushaltsdebatte. Sie entscheidet darüber, ob Menschen heute Nacht ein Bett haben und morgen eine Wohnung finden. Es braucht die entschiedene Unterstützung von Bund und Ländern“. Denn es sei klar, dass nur handlungsfähige Kommunen aktiv und umfassend Wohnungs- und Obdachlosigkeit überwinden können.
Am 11.09.26 ist bundesweiter Tag der Wohnungslosen. Zwischen 12 und 15 Uhr sind wir in der Fußgängerzone in Wiesdorf (Höhe Wiesdorfer Platz 4) und kommen gerne mit Ihnen ins Gespräch.
Wir laden herzlich ein, vorbeizuschauen!
Veranstaltungen
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